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Nach 24 Jahren: Standarte von Blau-Weiß Kammer geweiht

Faschingsvereine aus der gesamten Region nahmen an dem würdigen Ereignis teil -
»Leben besteht nicht nur aus Arbeit«

Nun können sich die Faschingsfreunde Blau-Weiß Kammer mit ihrer Standarte bei kirchlichen und weltlichen Anlässen in jedem Gotteshaus sehen lassen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Nach 24 Jahren »seelenloser Zeit« hat nämlich der Traunsteiner Stadtpfarrer Georg Lindl das Fahnentuch der »Blau-Weißen« am Sonntag endlich geweiht.

Im Kirchenzug marschierten die Teilnehmer nach dem Frühschoppen (vor und im Pfarrheim) zum Gottesdienst im Freien auf dem Sportplatz der DJ K Kammer. An dem sehr würdevoll gestalteten Wortgottesdienst, der von der Musikkapelle Chieming und dem Dirndlchor Kammer musikalisch gestaltet wurde, nahmen einige hundert Faschingsnarren aus der gesamten Region, aber auch etliche »Zivilisten« aus dem Ort teil. Auch für den Stadtpfarrer war die Weihe der Standarte eines Faschingsvereins nach eigenem Bekunden etwas Besonderes und Einmaliges. »Ohne die Kirche gäbe es keinen Fasching«, machte er den Gläubigen deutlich. Die Menschen bräuchten vor der Fastenzeit eine Zeit der Ausgelassenheit. Das Leben könne außerdem nicht nur aus Arbeit bestehen, dies halte auf Dauer niemand aus, machte Lindl deutlich. Deshalb sei der Wunsch der Menschen, auch einmal lustig zu sein, völlig normal. Im Fasching könnten die Menschen die Dinge auch einmal auf den Kopf stellen, die die Welt bestimmen. Dies sei früher schon in den Klöstern der Brauch gewesen.

Nach der Weihe der Standarte und der Fahnenbänder durch den Stadtpfarrer hefteten die Fahnenjungfrau Melanie Einsiedl, die Fahnenmutter Lisbeth Parzinger, das Faschingsprinzenpaar von Blau-Weiß Kammer, Markus 1. und Caro 1., sowie Traunsteins Zweiter Bürgermeister Hans Zillner die Fahnenbänder an die vom Fähnrich Hubert Hobmaier gehaltene Standarte.


Fröhliches Faschingstreiben zum Ausklang

Zillner freute sich, dass die seit 24 Jahren mitgeführte Standarte schließlich doch noch geweiht worden sei. »Vermutlich haben die Kammerer Faschingsfreunde bisher keine Zeit gehabt«, hielt er ihnen zugute. Die Segnung sei augenscheinlich auch »von oben« gut geheißen worden, sonst wäre das Wetter nicht so schön gewesen, so die Schlussfolgerung des Bürgermeisters. Angesichts der vielen Mitglieder der Kinder- und Jugendgarde warb Zillner darum, weiterhin etwas für den Nachwuchs zu tun. Er sah dabei nicht nur den Aspekt des Fortbestehens des Faschingsvereins, sondern als nüchtern denkender Realpolitiker auch die kommunalpolitische Bedeutung. Wenn die Stadt den Kindergarten und die Grundschule in Kammer mangels Bedarfs zusperren müsse, seien die Kammerer selbst schuld. »Der Stadtrat kann schließlich nicht überall selbst tätig werden«, sagte er unter dem großen Gelächter der Zuhörer.

Blau-Weiß-Präsident Martin Litwinschuh dankte dem Stadtpfarrer für seinen tollen Gottesdienst mit den aufschlussreichen Erklärungen über die Beziehung von Kirche und Fasching. Ferner hob er die sehr große Disziplin hervor, mit der die Mitglieder der Faschingsvereine am Gottesdienst  teilgenommen hatten.

Im Anschluss an den Gottesdienst formierten sich die Teilnehmer zu einem kleinen Faschingszug zum Landgasthaus »Jobst« in Rettenbach, wo die Standartenweihe mit einem fröhlichen Faschingstreiben ausklang und auch die Meistpreise in Form von Biergutscheinen vergeben wurden. Den ersten Platz belegte »So- Halunke« Waging vor der Veitsgroma Zunft Traunstein. Im Zug dabei waren viele Ortsvereine sowie der Burschenverein Traunwalchen-Matzing. Von den befreundeten Faschingsvereinen kamen einige auch aus dem Nachbarlandkreis und ein paar sogar aus dem Nachbarland wie die »Naracucula« aus Kuchl. Für die musikalische Begleitung sorgten die Chieminger Musikkapelle, die Waginger Faschingsmusi und der Fanfarenzug der Veitsgroma Zunft.  Bjr

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Faschingsfreunde Blau-Weiss-Kammer

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